
In seinem dritten Jahr verlässt TANZ! HEILBRONN die heimischen Gefilde in mehrfacher Hinsicht. Erstmals zeigen wir eine Produktion umsonst und draußen, nämlich in der Heilbronner Innenstadt: der Wiener Choreograf Willi Dorner erarbeitet mit Tänzern und Sportlern einen Parcours aus Körper-Skulpturen, der auf die architektonischen Gegebenheiten der Stadtmitte abgestimmt ist.
Auf den drei Bühnen des Theaters werden vornehmlich außereuropäische Produktionen zu sehen sein, insbesondere aus Asien und Afrika. Zum einen möchten wir die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes auch aus diesen Teilen der Welt zeigen. Darüber hinaus richten wir den Blick nach Asien und Afrika, weil auf diesen beiden Kontinenten ein jeweils anderes Verhältnis von Individuum und Gesellschaft zu finden ist, jeweils andere Ausgangssituationen und Strategien, um den Herausforderungen der Globalisierung und anderen existenziellen Fragen zu begegnen. Dies spiegelt sich auch in der Kunst, den Körpern und der Bewegung wider.
Wie bereits in den vergangenen Jahren wird sich die Bandbreite
der gezeigten Stücke von großen, international bekannten Produktionen bis zu ersten Arbeiten von Nachwuchstalenten erstrecken. Das Rahmenprogramm umfasst wieder Künstlergespräche, Einführungen in ein Werk, Filme zum Thema sowie Workshops für Amateure, in denen einige der im Festival auftretenden Künstler ihre Tanztechnik und Methodik vermitteln.
Karin Kirchhoff
U. a. werden folgende internationale Highlights zu Gast sein:
Sankai Juku (Tokio): TOBARI, am 28. Mai 2011
Die japanische Tanzkompanie gehört zu den bedeutendsten Vertretern des BUTOH, jenes Tanzes der Post-Hiroshima Generation, der Ende der 50er Jahre den zeitgenössischen japanischen Tanz revolutionierte und sich besinnt auf das wahre Sein des Menschen. Der Leiter der Kompanie Ushio Amagatsu beschäftigt sich in tobari in sieben atemberaubend schönen Choreografien mit der Vergänglichkeit, dem Tod und dem Kosmos als unendlichem Fluss der Energie.
Germaine Acony (Senegal): SONGOOK YAAKAAR,
am 27. Mai 2011
Germaine Acogny gilt als die Grande Dame des zeitgenössischen Tanzes in Afrika. Ihr neues Solo trägt den Titel SONGOOK YAAKAAR, was übersetzt in etwa heißt: »sich der Hoffnung stellen«. Erstmals verwendet sie das gesprochene Wort auf der Bühne und konfrontiert ihre Tanzsprache mit Texten von afrikanischen Schriftstellern, Journalisten und Politikern. Es geht um ihren Kontinent, mit seiner Wut, seinem Reichtum, seinem Terror, seiner Enttäuschung und seiner Hoffnung.
Cie. Willi Dorner (Wien): BODIES IN URBAN SPACES,
zwei Vorstellungen am 25. Mai 2011
BODIES IN URBAN SPACES ist ein sich bewegender Parcours, choreografiert für eine Gruppe von TänzerInnen. Der Zuschauer folgt der (sich) bewegenden Masse durch öffentliche und halb-öffentliche Räume wie Plätze. Eine Kette schnell gebildeter einzelner Körper-Skulpturen eröffnet neue Perspektiven und Einblicke, ermöglicht ein neues Stadt-Erlebnis. bodies in urban spaces wurde erfolgreich in mehreren europäischen Großstädten gezeigt.