Gesellschaftssatire "Fundament" von Jan Neumann im Großen Haus

Unglaublich aktuell, brüllend komisch und traurig zugleich – eine Gesellschaftssatire, wie sie im Buche steht, das ist Jan Neumanns Schauspiel „Fundament“. Es führt auf den Bahnhof einer großen Stadt, auf dem wir fünf Menschen kennenlernen: Frührentner Walter Röhrich, der die Mitreisenden über seine Sinnsuche in allen Weltreligionen zutextet; den Studenten Benjamin Ullrich, der die Welt ändern will, aber nicht weiß, wofür oder wogegen er sich denn nun engagieren soll; die gestresste Ehefrau, Mutter und Buchhändlerin Bettina Lauterbach, die im Kurs „Blockaden lösen durch kreatives Malen auf Stoff“ zu sich selbst finden will; die elegante, aber einsame Dame Marianne Krüger- Kaufmann, die sich ihre männliche Begleitung vom Escort-Service holen muss; und den Mr. Perfect schlechthin – Dr. Friedrich Kremm, erfolgreicher Geschäftsmann, der ein perfektes Familien- und Liebesleben hat, der überaus gesellschaftlich engagiert ist und dem nicht einmal ein Taubenschiss auf dem Sakko das strahlende Lächeln aus dem Gesicht vertreiben kann … bis ein unerhörtes Ereignis das Fundament der Gesellschaft ins Wanken bringt.

Jan Neumanns erhielt dafür den Förderpreis für Komische Literatur.In der Begründung des Stiftungsrates heißt es: „Jan Neumanns faszinierende Theatertexte stellen sich einem Zeitalter, das sich in fundamentaler Verwirrung glaubt, auf eine kritische, moralische und dennoch unterhaltsame Weise. Sie entfalten ein breites Panorama an aktuellen Lebenserfahrungen und kluger Reflexion und beherrschen dabei alle Tonlagen des Komischen von burlesker Albernheit bis zu melancholischer Tragikomik."