Der Besuch der alten Dame

Tragische Komödie von Friedrich Dürrenmatt

Güllen ist eine heruntergekommene Kleinstadt irgendwo in Europa. Einst blühte hier das Leben, aber jetzt sind alle Betriebe stillgelegt. Niemand versteht diesen Verfall, denn ringsherum prosperiert die Wirtschaft. Doch Rettung scheint nah. Claire Zachanassian, eine Multimilliardärin, besucht die Stadt. Vor vielen Jahren hat sie Güllen als Klara Wäscher verlassen. Sie ist als große Wohltäterin bekannt, und so hoffen Bürgermeister, Pfarrer, Lehrer und alle Güllener mit dem Besuch der alten Dame endlich auf ein Ende des Niedergangs. Die Bewohner der Stadt setzen besonders auf den Charme von Alfred Ill, Ladenbesitzer, der damals der Geliebte von Klara Wäscher gewesen ist. Er soll die Milliardärin an ihre alte Leidenschaft erinnern, diese möglichst wieder entfachen und damit der Schlüssel zum wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt werden.
Tatsächlich kommt Claire Zachanassian nicht mit leeren Händen. Bei einem Festessen, das der Bürgermeister ihr zu Ehren ausrichtet, verkündet sie, dass sie bereit sei, der Stadt die unvorstellbare Summe von einer Milliarde zu schenken. 500 Millionen gingen dabei an die Stadt, 500 Millionen würden unter der Bevölkerung aufgeteilt. Unter einer Bedingung: Sie möchte Gerechtigkeit. Als junge Frau musste sie die Stadt hochschwanger und unter dem hämischen Grinsen der Einwohner verlassen. Eine Gerichtsverhandlung sollte damals klären, wer der Vater ihres ungeborenen Kindes sei. Alfred Ill hatte seinerzeit zwei Freunde bestochen, zu behaupten, dass sie auch mit Klara geschlafen hätten, so dass nicht herauszufinden war, wer der Vater ist. Alfred Ill stahl sich aus seiner Verantwortung und Klara wurde durch das Gerichtsurteil zur Hure. Tatsächlich war sie gezwungen, zunächst als solche ihren Lebensunterhalt zu verdienen, bis ihr erster Mann, Herr Zachanassian, sie aus dem Bordell holte. Und so lautet jetzt ihr Angebot: »Eine Milliarde für Güllen, wenn jemand Alfred Ill tötet.« Zunächst reagieren die Güllener entrüstet und stellen sich hinter Alfred Ill. Doch schon bald beginnen sie auf Kredit zu konsumieren und immer unverhohlener auf seinen Tod zu spekulieren.

Mit seiner 1956 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführten tragischen Komödie »Der Besuch der alten Dame« begründete Dürrenmatt seinen Weltruhm. Noch heute ist diese Geschichte über die Korrumpierbarkeit von Menschen, die die Zuschauer zum Lachen bringt und sie gleichzeitig das Fürchten lehrt, von zeitloser Aktualität. 

Regie

Ausstattung

Akkordeonorchester
Statisterie

Dramaturgie

Kristin Päckert

Dauer

2,5 Stunden

Pause

Eine Pause

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