Bandscheibenvorfall - Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden

Schauspiel von Ingrid Lausund

Fünf Mitarbeiter einer Firma werden zu ihrem Chef zitiert: Kretzky, der lässig gekleidete Siegertyp; Hufschmidt, ein markanter Typ, der nachts eine Knirschschiene für die Zähne trägt; Frau Schmitt, deren Make-up trotz pausenloser Arbeit immer perfekt ist; Frau Kristensen, die als einzige an die Geburtstage ihrer Kollegen denkt und ihre Auslagen für die Geschenke nie zurück bekommt, und Kruse, der so ist, wie er heißt.
Was der Chef von ihnen will, wissen sie nicht. Man munkelt von Umstrukturierungen, aber nichts Genaues weiß man nicht. Bedeuten die Veränderungen Aufstieg, Abstieg oder Rausschmiss? Die fünf haben ihr Bestes gegeben und an sich gearbeitet, um im nun anstehenden Gespräch einen guten Eindruck zu hinterlassen. Jetzt warten sie im Vorzimmer des Chefs, das ihnen vorkommt, wie die Vorhölle, und versuchen, sich für diese entscheidende Situation in ihrem Berufsleben bestens zu präparieren. Misstrauisch beäugen sie sich gegenseitig, bemühen sich, die eigenen Ängste in den Griff zu bekommen und die Konkurrenten mit gezielten Desinformationen zu verunsichern.

Willkommen in der Arbeitswelt! Ingrid Lausund hat mit »Bandscheibenvorfall. Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden« eine bitterböse und komische Farce aus dem Leben moderner Angestellter geschrieben, die sich in ihrem Arbeitsalltag permanent um Perfektion und Selbstoptimierung bemühen. Die fünf Personen dieses Stücks sind zwar skurril überzeichnet, dennoch haben sie einen hohen Wiedererkennungswert. Vom vielen Sich-Verbiegen haben sie ihr Rückgrat verloren und sich schmerzhafte Haltungsschäden zugezogen. Das Publikum indes darf sich köstlich amüsieren.


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