Kinder der Sonne

Schauspiel von Maxim Gorki

Der Chemiker Protassow vergräbt sich in seine Forschungen und blendet die Trivialität der Außenwelt aus. Seine Frau Jelena sucht ihr Heil in einer Liaison mit dem Maler Wagin, der davon träumt, die „armen Menschen“ mit seiner Kunst zum „Guten“ zu erziehen. Einfache Menschen wie Jegor, den Schlosser, der Protassow die Apparaturen baut, ein guter Arbeiter, aber auch ein Schläger und Trinker. Protassows Schwester Lisa spürt den Hass, der von Menschen wie Jegor ausgeht und sich gegen die Eliten im Land richtet: »Sie hassen euch, weil ihr euch entfremdet habt und ihr hartes unmenschliches Dasein ignoriert«. Unterdessen rafft die Cholera die Armen dahin. Der Unternehmer und Hausbesitzer Nasar kauft die ganze Gegend auf und vernichtet Existenz um Existenz. Doch Protassow und Wagin haben sich eingerichtet in ihrem Elfenbeinturm und glauben als „Kinder der Sonne“ auf der richtigen Seite des Lebens zu stehen. Sie merken nicht, dass sich die ohnmächtige Wut der abgehängten Bevölkerung immer mehr anstaut und irgendwann explodieren wird …

Gorki schrieb »Kinder der Sonne« 1905 im Gefängnis, wo er wegen der Ereignisse um den »Blutsonntag« inhaftiert worden war. Im Januar 1905 demonstrierten viele Arbeiter vor dem Winterpalais in St. Petersburg für bessere Lebensbedingungen. Die Soldaten schossen auf die Menschenmenge, und es gab mehrere Hundert Tote. In der Folge kam es zu Mordanschlägen gegen Grundbesitzer und Industrielle. Vor dem Hintergrund der Cholera-Aufstände 1892 thematisiert Gorki seine Enttäuschung über die Haltung der Intellektuellen zum Blutsonntag und ihre Ignoranz gegenüber einer Gesellschaft, die von sozialen Konflikten zerrissen ist.


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