»Kunst«

Komödie von Yasmina Reza

Serge hat ein Bild gekauft. Ein Ölgemälde – 1,60 Meter mal 1,30 Meter – mit weißen Streifen auf weißem Grund. 100.000 € hat es gekostet. Schließlich ist es ein echter Antrios. Serges langjähriger Freund Marc ist fassungslos: »Hast du für diese Scheiße wirklich 100.000 € bezahlt?« Es beunruhigt ihn. Sollte Serge, der als Dermatologe zwar wohlhabend, aber nicht reich ist, tatsächlich so ein Snob geworden sein, dass er sich als Kunstsammler aufführen muss? Serge hat nicht wirklich damit gerechnet, dass Marc das Bild gefällt. Als Luftfahrtingenieur sei der in Sachen Kunst eben ein Traditionalist, noch dazu einer, der sich auf seinen konservativen Geschmack etwas einbildet. Aber dass er so deutlich ablehnend reagiert, findet Serge dann doch selbstgefällig und arrogant. Und er kann seine Wut nur mühsam unterdrücken.
Marc indes muss wegen Serges Unvernunft zur Beruhigung erst einmal homöopathische Kügelchen schlucken und das alles dem gemeinsamen Freund Yvan erzählen. Der reagiert relativ gelassen, zum einen, weil er von Natur aus tolerant ist. Zum anderen, weil er gerade andere Sorgen hat. Seine Hochzeit mit der anstrengenden Cathérine, von der auch seine berufliche Zukunft abhängt, steht unmittelbar bevor. Mit der ihm eigenen Gutmütigkeit will Yvan zwischen den beiden sich immer gnadenloser streitenden Freunden vermitteln und macht dadurch alles nur noch schlimmer.

In dem Stück geht es ausdrücklich NICHT um eine Debatte über Kunst, sondern um die Bewährungsprobe für eine langjährige Freundschaft, die durch ein Bild ins Chaos gestürzt wird. Gleich zweifach wurde Yasmina Rezas erstes Erfolgsstück aus dem Jahre 1994 mit dem französischen Theater-Oscar »Prix Molière« ausgezeichnet. Auch in Deutschland trifft »Kunst« seit mehr als 20 Jahren den Zeitgeist. »Amüsement auf höchstem Niveau«, schwärmte die Süddeutsche Zeitung nach der deutschen Erstaufführung an der Berliner Schaubühne und der FAZ-Kritiker erklärte das Stück zum »Triumph der Gesellschaftskomödie« und »Glanzlicht des Lachtheaters«.

Ausstattung

Dramaturgie

Kristin Päckert

Rollstuhlplätze im Komödienhaus können nur an der Theaterkasse gebucht werden.

Dauer

1 3/4 h

Pause

Eine Pause

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