Trans-e

Ahmed Khemis (Tunis/Angers)

Von einer traditionellen Legende inspiriert, begibt sich der algerisch-stämmige Choreograf Ahmed Khemis in einen Trancetanz zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er verkörpert die Figur des »Bou Sâadia« (der Vater von Sâadia), bekannt aus der Tradition der schwarzen Minderheit in Nordafrika. Dieser zieht auf der Suche nach seiner von Sklavenhändlern verschleppten Tochter als Heiler, Bettler, Tänzer und Musiker jahrelang von Dorf zu Dorf, behangen mit Tierfellen und Glöckchen und in zerlumpter Kleidung.


Dabei überführt Ahmed Khemis folkloristische Tanzelemente in eine zeitgenössische Ästhetik; traditionelle Perkussionsinstrumente gehen in einen elektronischen Soundtrack über. Die Legende wird zum Sinnbild für die künstlerische Suche des Choreografen, der seiner Kompanie den Namen »Jawal«, der Reisende, gegeben hat. Sein Tanz ist physisch, spontan und emotional. Seine ungewöhnliche Präsenz nimmt den Zuschauer mit in den jenseitigen Zustand der Entrückung, einer sehr innerlichen kreativen Ekstase. Ahmed Khemis zählt zu den charismatischsten Tänzern der jüngeren Generation in Tunesien. Ursprünglich aus Algerien stammend, kam er über den HipHop zum Tanz. Im Alter von 9 Jahren wurde er in Tunis Mitglied der Sybel Dance Company von Syhem Belkhodja. Dort blieb er 11 Jahre, entdeckte den zeitgenössischen Tanz und entwickelte eine eigene künstlerische Handschrift. 

Später zog er nach Frankreich, schloss seine Tanzausbildung ab und tanzte in bekannten Kompanien, u. a. von Salia Sanou & Seydou Boro, Odile Duboc, George Momboye, Montalvo-Hervieu und bis 2012 für Akram Khan in »Vertical road«. In Angers (Frankreich) gründete er seine eigene Kompanie »Jawal«.

Dauer

55 Minuten

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