Terror

Schauspiel von Ferdinand von Schirach

Dürfen wir Unschuldige töten, um andere Unschuldige zu retten?
Dem Luftwaffenoffizier Major Lars Koch, 31 Jahre alt, wird zur Last gelegt, am 26. Mai 2013 mit Hilfe eines Luft-Luft-Lenkkörpergeschosses ein Passagierflugzeug A 320, das von Berlin nach München unterwegs war, abgeschossen und alle darin befindlichen 164 Menschen getötet zu haben. Dieses Flugzeug war von Terroristen mit der Absicht entführt worden, die Maschine in der Münchener Allianz-Arena abstürzen zu lassen. Im Stadion lief gerade das Länderspiel Deutschland gegen England, dem 70 000 Menschen zuschauten. Wenige Minuten bevor es zum drohenden Absturz kam, hat sich Lars Koch als Befehlshaber der Alarmrotte, die in Entführungsfällen zum Einsatz kommt und sich so dicht wie möglich den gekaperten Flugzeugen nähert, entschieden, die Lufthansa-Maschine abzuschießen. Um das Leben von 70 000 Menschen zu schützen, mussten 164 sterben. Damit handelte er gegen den ausdrücklichen Befehl des Bundesverteidigungsministers, der in solchen Ausnahmefällen die oberste Befehlsgewalt hat.
Hinterher wurde er sofort verhaftet, saß sieben Monate in Untersuchungshaft. Jetzt steht er vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft beantragt, ihn wegen 164-fachen Mordes zu verurteilen. Denn ein Mensch dürfe sich nicht zum Richter über Leben und Tod erheben. Die Verteidigung möchte seinen Freispruch, weil sich Lars Koch mit dem Abschuss der Maschine und der damit einhergehenden Tötung von 164 unschuldigen Menschen für das »kleinere Übel« entschieden hatte, denn sonst wären mit großer Wahrscheinlichkeit 70 000 unschuldige Menschen gestorben.

Die Verfassung verbietet ein Handeln, wie es Lars Koch an den Tag legte. Darf man sich aber in bestimmten Extremsituationen über das Gesetz stellen? Dieser Theaterabend ist die Gerichtsverhandlung, in der in einem spannenden Verfahren alles Für und Wider diskutiert wird. Sie, liebe Zuschauer, sind die Schöffen und müssen am Ende entscheiden: Schuld- oder Freispruch?
Ferdinand von Schirach, Rechtsanwalt und Autor, legte mit »Terror« sein erstes Theaterstück vor, das gleich im ersten Jahr nach seinem Entstehen an 29 Bühnen gespielt wurde. Geschrieben wurde es 2014, Monate bevor die Terroranschläge in Paris (wieder einmal) bewiesen haben, wie nahe wir solchen Extremsituationen sind.

Regie

Ausstattung

Dramaturgie

Andreas Frane

Dauer

2 3/4 Stunden

Pause

Eine Pause

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