Die Leiden des jungen Werther

Nach Johann Wolfgang von Goethe

ab 10. Klasse

Die Leiden des jungen Werther from Theater Heilbronn on Vimeo.  »Nein, ich betrüge mich nicht. Ich lese in ihren Augen wahre Teilnehmung an mir und meinem Schicksale. Ja ich fühle, und darin darf ich meinem Herzen trauen, dass sie – o darf ich, kann ich den Himmel in diesen Worten aussprechen? – dass sie mich liebt?«


Jeden Blick, jede Geste seiner Angebeteten deutet der junge Werther. Seit er sie zum ersten Mal sah, ist er heftig in Lotte, die Tochter des Amtmanns, verliebt. Das Mädchen ist jedoch einem anderen versprochen. Albert, ihr zukünftiger Mann, ist nur gerade geschäftlich unterwegs. Lotte ist gern mit Werther zusammen, fühlt sich ihm seelenverwandt. Doch an ihrer künftigen Verbindung mit Albert lässt sie keinen Zweifel. Auch als Albert von seinen Geschäften zurückkehrt, weilt Werther oft bei den beiden. Seine Liebe wird immer verzweifelter und stärker, je mehr er erkennt, dass Lotte für ihn unerreichbar ist.

Auch eine selbstauferlegte räumliche Trennung kann ihn von seinem Schmerz nicht heilen, und er kehrt wieder zurück. Wie ein Wahnsinniger stürzt er sich bedingungslos in diese Liebe, nichts anderes ist ihm mehr wichtig. Wenn er Lotte nicht haben kann, dann ist ihm das Leben nichts mehr wert.

Goethes erster Roman


Goethes erster Roman, entstanden 1774, wurde ein echter Bestseller und ließ den Autor über Nacht berühmt werden. Er hat seine eigene unglückliche Liebe zu Charlotte Buff, die mit einem anderen verlobt war, darin verarbeitet. Von den Konservativen seiner Zeit wurde die Werther-Figur als Störer des Ehefriedens, als Rebell und Freigeist heftig angegriffen. Unter den Jugendlichen hingegen brach ein regelrechtes Werther-Fieber aus. Sie kleideten sich so wie die Romanfigur, Szenen seines Lebens zierten Geschirr und Keksdosen, und es gab auch einige, die sein Schicksal nachahmten.

Und heute? Wer kennt sie nicht, die Krankheit der Jugend: Liebe, die so heftig ist, dass sie schmerzt? Unglückliche Liebe, die keine Erfüllung findet? Auch die brennende Frage, vor der Werther am Ende steht – Wofür sollen wir leben? - gehört wohl zum Erwachsenwerden dazu.

Theaterpädagogische Zusatzangebote:

Zusatzangebote: MaterialmappeWorkshop »beschreibt!« • Backstage
Literarische Themenfelder:
Gelingen und Scheitern: Liebesgeschichten • Sinn und Sinnverlust: Lebensgeschichten - Bildungsgeschichten • Ich und die Anderen: Identität und Rolle

Ausstattung

Dramaturgie

Stefan Schletter

Dauer

90 Minuten

Pause

Keine Pause


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