La clemenza di Tito

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart

Gastspiel des Badischen Staatstheaters Karlsruhe
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Als hätte Wolfgang Amadeus Mozart für sein letztes Werk »La clemenza di Tito« noch einmal all sein Können, all seine Erfahrung und seine ganze visionäre Kraft zusammengenommen, um unter unglaublichem Zeitdruck eine Oper von vollendeter Schönheit zu komponieren. Sie war 1791 ein Auftragswerk zur Krönung des Kaisers Leopold II. von Böhmen und sollte dem Monarchen als Leitbild für die eigene Herrschaft dienen: »La clemenza di Tito« erzählt von einem Kaiser, der sich trotz Verrats und bösartiger Intrigen die Tugend der Großmut bewahrt.
Vitellia, die Tochter des ehemaligen Kaisers, die sich selbst Hoffnungen auf die Regentschaft in Rom gemacht hat, muss erkennen, dass der neue Kaiser Tito Vespasiano sie nicht, wie erwartet, zur Frau erwählen will. Sie hasst ihn und überredet ihren Verehrer Sesto, der gleichzeitig des Kaisers Jugendfreund ist, an einer Verschwörung gegen Tito teilzunehmen, bei der der Kaiser ermordet und ein Anschlag auf das Kapitol verübt werden soll. Sesto ist hin- und hergerissen. Er liebt Vitellia und fühlt sich gleichzeitig in Freundschaft mit Tito verbunden. Dennoch ist die Liebe größer, und Sesto begibt sich zu den Verschwörern. Der Aufstand wütet in der Stadt, das Kapitol steht in Flammen. Das Attentat scheitert und Tito bleibt unverletzt. Sesto wird als einer der Drahtzieher des Anschlags verhaftet und vom Senat zum Tode verurteilt. Er nimmt alle Schuld auf sich, um Vitellia nicht als Komplizin zu verraten. Tito ist tief bewegt vom Edelmut seines Jugendfreundes. Als sich kurz vor der geplanten Hinrichtung Vittelia selbst als Kopf der Verschwörung offenbart, wird Tito nachdenklich. Kann er den Verrat vergeben?

»La clemenza di Tito« war im 19. Jahrhundert genauso erfolgreich wie »Die Zauberflöte«. Die Komposition enthält einige der schönsten Passagen aus Mozarts gesamtem Werk und überzeugt durch edle Nüchternheit und Transparenz. Sie gilt als ein großartiges Finale der opera seria und stößt, obwohl sie auf dem Libretto von Petro Metastasio aus dem Jahre 1734 beruht, gleichzeitig die Tür in Richtung des 19. Jahrhunderts auf. Mozart ließ die Handlung nicht nur erzählen, sondern auch spielen. Er trennte sich von der barocken Aneinanderreihung von Arien und löste so die rigide höfische Form der opera seria auf, indem er wunderschöne Ensemble-Nummern einfügte und sogar den Kaiser Tito gemeinsam mit seinen Untergebenen singen ließ. Der Traum von Freiheit und Gleichheit zog in Mozarts Musik ein. Das Publikum spendete bei der Uraufführung viel Applaus. Die gekrönten Häupter allerdings empfanden die Oper als Zumutung und Kaiserin Maria Luisa witterte gar eine »deutsche Schweinerei«.

musikalische leitung

Gianluca Capuano

regie und ausstattung

Patrick Kinmonth

mitarbeit bühne

Darko Petrovic


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