Mozart Requiem

Ballett von Mario Schröder

Gastspiel des Leipziger Balletts

»Da der Tod der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe ich mich mit diesem wahren besten Freunde des Menschen so bekannt gemacht, dass sein Bild nichts Abschreckendes mehr für mich hat, sondern recht viel Beruhigendes und Tröstendes«, schrieb Wolfgang Amadeus Mozart 1787 an seinen Vater. Und er schrieb in Auseinandersetzung mit dem Thema Tod sein großartiges Requiem – eine Musik von enormer Suggestionskraft, von großer emotionaler Intensität und dramatischem Ausdruck. Auf schönste Weise düster, drohend und ahnungsvoll, lässt uns Mozarts letztes, unvollendet gebliebenes Werk bis heute mit Fragen zurück. Die ungewöhnlichen Umstände des Kompositionsauftrags und der zeitliche Zusammenhang der Seelenmesse mit Mozarts frühem Tod haben seit jeher eine Mythenbildung angeregt.

Mozarts »Requiem« ist eine kämpferische Auseinandersetzung mit dem Tod und damit auch ein Plädoyer für das Leben. Das Ballett von Mario Schröder, dem Ballettdirektor der Oper Leipzig, greift dieses Thema auf. Gleichzeitig stellt es den Exzess in den Vordergrund, der das Leben und Schaffen Mozarts prägte und Leiden für sich und andere bedeutete. Mario Schröder setzt die Musik Mozarts mit dem Werk eines anderen getriebenen Künstlers in Beziehung: mit dem italienischen Filmemacher und Dichter Pier Paolo Pasolini.

Mozart und Pasolini sind Künstlerpersönlichkeiten, die stets an die Grenzen gegangen sind und wie im Rausch gearbeitet haben. In beiden treffen sich Themen wie die Auseinandersetzung mit der Vätergeneration, der Fluch der Genialität, die Lust an der Sinnlichkeit, die Reibung an der Religion und das Mysterium des Todes. Der eine zu früh gestorben, wohl an Syphilis, der andere, ebenfalls relativ jung, brutal ermordet. Schröder lässt sie in seiner Vision in Dialog treten, jeder mit seinem speziellen Kunstgenre. Mozarts Musik sind Ausschnitte aus Pier Paolo Pasolinis bildreicher Gedichtsammlung »L’?Usignolo della Chiesa Cattolica« (»Die Nachtigall der katholischen Kirche«) von 1958 und Sequenzen aus Filmen beigefügt. Entstanden ist ein großer, bildgewaltiger Tanzabend von unerhörter emotionaler Wucht.

regie, Choreografie

Mario Schröder

Bühne, Kostüme, Video

Andreas Auerbach

Kompanie des Leipziger Balletts

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