Medea. Stimmen

von Christa Wolf
in einer Bühnenfassung von Anna Bergmann

Medea ist die Femme fatale der griechischen Tragödie – Verführerin, Heilerin, Giftmischerin, blutrünstige Furie und Kindsmörderin. In ihrem Erfolgsroman deutet Christa Wolf die alte Geschichte neu: Sie löst die legendäre Frauenfigur aus dem jahrtausendealten Mythos, revidiert das überkommene Bild und entwirft das Porträt einer eigenwilligen, ungewöhnlichen Frau. Nachdem Medea gemeinsam mit Jason und dem goldenen Vlies im Gepäck aus Kolchis geflohen ist, lebt sie mit ihrem Gatten im königlichen Palast in Korinth. Dort gerät sie in ein fatales Spiel aus Verleumdungen, Intrigen und Lügen. Im Kampf um Macht und Machterhalt eines um seine Existenz bangenden patriarchalen Systems soll sie wie viele vor ihr geopfert werden.
In Monologen aus sechs verschiedenen Perspektiven wird Medeas Lebensweg immer wieder neu betrachtet. Jede dieser Stimmen bietet ein neues Detail, eine neue Interpretation der mythischen Geschichte. Schauspieldirektorin Anna Bergmann widmet sich in ihrer neuen Regiearbeit dieser feministischen Deutung des antiken Mythos.