Die Dreigroschenoper

Schauspiel mit Musik von Bertolt Brecht und Kurt Weill

Musik von Kurt Weill

Und der Haifisch, der hat Zähne … Wer kennt ihn nicht, den berühmten Song über Mackie ­Messer, den Verbrecherkönig von London. Seit 1928 Bertolt Brechts »Dreigroschenoper« zum ersten Mal aufgeführt wurde, war ihr Siegeszug über die Bühnen nicht mehr aufzuhalten. Ihre Songs wie die Moritat von ­Mackie Messer oder das Lied von der Seeräuber-Jenny sind Gassenhauer geworden.
»Die Dreigroschenoper« spielt bei den Ärmsten der Armen in der Londoner Unterwelt. Hier hat der Bettlerkönig Peachum das Sagen. Er verkleidet arme Leute als Bettler, schickt sie auf die Straßen und lebt von deren »Einnahmen«. Wer es wagt, auf eigene Rechnung zu arbeiten, bekommt es mit Peachums Schlägern zu tun. Sein schärfster Konkurrent ist Macheath, genannt Mackie Messer, ein Mann, der über Leichen geht und beste Beziehungen zur Polizei unterhält. Als Peachum hört, dass ausgerechnet der seine Tochter Polly entführt und geheiratet hat, schäumt er vor Wut und will ihn an den Galgen bringen. Mrs. Peachum indes will ihre Tochter mit List von dem Mann abbringen. Sie weiß, dass Mackie Messer ein notorischer Frauenheld ist und rechnet damit, dass er weiterhin bei den Huren von London sein Vergnügen suchen wird. Sie setzt bei den Prostituierten ein Kopfgeld auf ihn aus. Und ihre Rechnung geht auf, er wird verraten und soll gehenkt werden.
Wenn Mackie Messer den Leuten, die zu seiner Hinrichtung erschienen sind, zuruft: »Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank? Was ist die Ermordung eines Mannes gegen die Anstellung eines Mannes?«, dann kann man kaum glauben, dass die »Dreigroschenoper« schon 90 Jahre alt ist. So aktuell sind die sozialen und wirtschaftlichen Missstände, eben die gesellschaftlichen Mechanismen, nach denen unsere kapitalistische Gesellschaft funktioniert, noch heute.
Elisabeth Hauptmann machte Bertolt Brecht 1927 auf John Gays »The Beggar‘s Opera« (1728) aufmerksam und übersetzte sie. Brecht, damals gerade erst 30 Jahre alt, bearbeitete zusammen mit Kurt Weill den Stoff neu. Ernst Josef Aufricht, ein Theatermann mit Gespür fürs Außergewöhnliche, eröffnete seine Intendanz am Berliner Theater am Schiffbauerdamm mit der Uraufführung der Dreigroschenoper, die den Grundstein für Brechts Weltruhm legte. In seinen Memoiren begründete Aufricht den Erfolg: »Die Dreigroschenoper besaß alle Ingredienzien eines bedeutenden Bühnenwerks: sie war aktuell und doch zeitlos, ein Volksstück und dabei doch intellektuell, dramatisch und melodramatisch, tragisch und komisch. Und die Musik, die konnte man einfach nicht vergessen.«


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