SOMEWHERE AT THE BEGINNING

Germaine Acogny / Mikaël Serre / Cie. Jant-Bi

Ein bildgewaltiger Monolog aus Text, Bewegung und Videokunst ist diese Reise von Germaine Acogny durch ihre eigene Familiengeschichte. Über zwei Generationen blickt die Grande Dame des Afrikanischen Tanzes zurück: die Großmutter Aloopho war eine Yoruba-Priesterin, der Vater Togoun Servais Acogny angepasst an die Normen der Europäer. Wie beiläufig streut sie in ihren sehr persönlichen Bericht bittersüße Gedanken ein über Identität, Kolonialismus, Authentizität und jene besondere Ambivalenz von Menschen mit vielfältigen oder verzweigten Wurzeln. Im Alter von über 70 ist ihre Präsenz und Bühnenpersönlichkeit von ungebrochener Stärke und beeindruckender Wahrhaftigkeit.

Der deutsch-französische Regisseur Mikaël Serre verbindet die persönlichen Texte – die mythischen Erzählungen der Großmutter und die Memoiren des Vaters – mit dem antiken Drama der Medea und schlägt am Ende einen Bogen in die Politik der Gegenwart, der sich in den intensiven Videobildern von Sébastien Dupouey widerspiegelt.

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
19:10 Uhr Kurzeinführung im Foyer
Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Gespräch mit Germaine Acogny und Mikaël Serre statt
.



Germaine Acogny, 1944 in Benin geborene Tänzerin, Choreografin und Pädagogin, arbeitete in Europa u. a. mit Maurice Béjart und leitete in Dakar/Senegal seine Tanzschule »Mudra Afrique«. Später gründete sie ihre Kompanie Jant-Bi, deren Stücke erfolgreich international touren, und eröffnete zusammen mit ihrem Partner Helmut Vogt in Senegal die Schule »École des Sables«, einen einzigartigen Ausbildungs- und Produktionsort für afrikanischen und zeitgenössischen Tanz. Bis heute spielt sie als Tänzerin, Lehrerin, Mentorin und Botschafterin des Tanzes in Afrika eine her­ausragende Rolle.

Mikaël Serre ist französisch-deutscher Regisseur, Performer, Schauspieler und Übersetzer. Seine Regiearbeiten wurden zu zahlreichen internationalen Festivals eingeladen, wie dem Tanzfestival Pina Bausch, dem F.I.N.D. Festival Schaubühne Berlin, dem Tchekhovfestival Moskau, Santiago a Mil oder ImpulsTanz Wien. Mehrfach inszenierte er am Maxim Gorki Theater Berlin. Seine erste Operninszenierung »Hoffmanns Erzählungen« fand im Dezember 2017 an der Oper Dijon statt.



»Wenn ich versuche, mich zu distanzieren, kann ich meiner Vergangenheit?nicht entkommen.« Dieses?Zitat von Germaine Acogny ist nicht nur?der Kern ihrer 65-minütigen Performance.?Es schwebt in jedem Moment über dem?mit »Somewhere at the Beginning«?(Irgendwo am Anfang) betitelten Stück,?das bei Tanz Bremen zu erleben war – denn sehen ist für dieses?von ungemein innerer Kraft dominierte?Stück ein zu vager Begriff.?
Weser-Kurier, März 2017

… herausragend … überaus komplex und bis ins Feinste ausgearbeitet …
Helmut Ploebst, Der Standard, Wien, August 2017

Choreografie, Tanz:

Germaine Acogny

Konzeption, Regie:

Mikaël Serre

Choreografische Assistenz:

Patrick Acogny

Bühne:

Maciej Fiszer

Kostüme:

Johanna Diakhate-Rittmeyer

Musik, Komposition, Live mix:

Fabrice Bouillon »LaforesT«

Video:

Sébastien Dupouey

Licht:

Sébastien Michaud

Technische Leitung:

Marco Wehrspann

Produktion: Jant-Bi, Senegal _ Koproduktion: Les Théâtres de la Ville du Luxembourg, Théâtre de la Ville, Paris, Institut Français, Paris _ Residenzen und Koproduktion: La Ferme du Buisson, Scène nationale de Marne-la-Vallée. Residenz: Le Centquatre, Paris _ Gastspiel mit freundlicher Unterstützung des Institut français und des französischen Ministeriums für Kultur / DGCA.

Dauer

65 Minuten

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