Pension Schöller

Komödie von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby

Philipp Klapproth, wohlhabender Gutshofbesitzer aus Kyritz an der Knatter, möchte sein Geld sinnvoll investieren und ein Nervensanatorium gründen. »Das ist eine Sache mit Zukunft. Da steckt Geld drin. Bald wird es nur noch Verrückte und Alte geben.« Jetzt ist er in Berlin, um solche Häuser zu sehen. Er hat von ­Soireen in derartigen Etablissements gehört, die sagenhaft lustig gewesen sein sollen. Deshalb beauftragt er seinen mit allen Wassern gewaschenen Neffen Alfred, ihn in eine derartige Gesellschaft einzuführen. Als Lohn winkt eine kräftige Finanzspritze. Alfred ist ratlos. Wie kommt man in ein Irrenhaus hinein? Und wenn man erst einmal drin ist, wie wieder heraus? Der gewitzte Kellner aus dem Café in der Pension Schöller weiß Rat. Just an diesem Abend werde hier eine Gesellschaft gegeben, an der erfahrungsgemäß eine Menge verschrobener Leute teilnehmen werden. Soll Alfred seinem Onkel die Pension Schöller doch als privates Nervenheilsanatorium vorstellen.
Der Onkel ist begeistert. So verrückte Leute zu treffen, hätte er nie zu hoffen gewagt. Den Herrn von der Mühlen zum Beispiel, der alle strammstehen lässt, weil er glaubt ein Major a. D. zu sein. Oder den angeblichen Prof. Bernhardy, der behauptet, schon die ganze Welt bereist und sogar mit Löwen gekämpft zu haben. Ganz zu schweigen von der durchgeknallten Dame, die jedem erzählt, sie sei eine Schriftstellerin. Aber der Beste ist Eugen, der Neffe des »Anstaltsdirektors« Schöller, den es trotz eines massiven Sprachfehlers – er kann kein »L« sprechen – zur Bühne zieht und der unablässig ­»Othenno«, »Hamnet« oder »König Near« zitiert. Diese Pension Schöller ist einfach herrlich, findet ­Philipp Klapproth. Seine Freunde vom Stammtisch werden platzen vor Neid, wenn er ihnen das erzählt. Doch als eines Tages die ganzen »Verrückten« auf seinem Gut eintreffen, bekommt er es mit der Angst zu tun. Wer, um alles in der Welt, hat die nur rausgelassen?
Bis heute lachen Generationen über diesen Komödienklassiker aus dem Jahre 1890, in dem die Autoren Carl Laufs und Wilhelm Jacoby eine feingeölte Slapstickmaschinerie mit überbordendem anarchischem Humor in Gang setzen. Die schräge Überzeichnung der Charaktere bietet Schauspielerfutter vom Feinsten. Nicht zuletzt deshalb steht das Stück auch heute an vielen Bühnen auf dem Spielplan. Wie in jeder guten Komödie werfen wir mit der »Pension Schöller« einen Blick in den Spiegel. Denn wie heißt es so schön: »Wie schwer ist es doch schon meistens im gewöhnlichen Leben, zu unterscheiden, wer verrückt ist und wer nicht.«

Ausstattung

Dramaturgie

Schauspieler

Musik

Johannes Mittl

Dauer

2 Stunden, 5 Minuten

Pause

1 Pause


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