Ein Volksfeind

Schauspiel von Henrik Ibsen

Die Heimatstadt des Badearztes Tomas Stockmann, ein idyllischer Küstenort, erlebt seit der Eröffnung des neuen Kurbades einen ungeahnten Aufschwung. Der Fremdenverkehr blüht auf, die Grundstückspreise steigen, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch Tomas Stockmann hat einen ungeheuerlichen Verdacht: Irgendetwas stimmt nicht mit dem Heilwasser! Die Laboruntersuchungen geben ihm Gewissheit, das Wasser ist durch Industrieabfälle der umliegenden Fabriken verseucht und damit hochgradig gesundheitsgefährdend. Die lokale Presse wittert eine auflagenträchtige Schlagzeile und bietet Tomas Stockmann prompt ihre Unterstützung an. Mit ihrer Hilfe soll die Öffentlichkeit über den Skandal unterrichtet und eine rasche Behebung des Baupfuschs erwirken werden. Tomas Stockmann ist überzeugt, bei seinem Vorhaben zur Sanierung des Bades die Mehrheit der Bürger hinter sich zu haben. Er hat jedoch die Rechnung ohne seinen Bruder Peter, den Bürgermeister, gemacht. Der versucht mit allen Mitteln, den Skandal abzuwenden, um einen Imageschaden für die Stadt zu verhindern und sein eigenes Ansehen nicht zu gefährden. Er droht, dass Steuereinnahmen in Millionenhöhe die Sanierungskosten des Bades decken müssten und legt der Presse eine verharmlosende Gegendarstellung zur Beruhigung der Bürger vor. Schlagartig wendet sich die Stimmung in der Stadt gegen den Badearzt. Auch die Vertreter der lokalen Zeitung haben plötzlich kein Interesse mehr an der Verbreitung von Tomas Stockmanns Artikel, schließlich stehen auch ihre finanziellen Interessen auf dem Spiel. Eine Verleumdungskampagne – angeführt von Presse und Politik – lässt Tomas Stockmanns Kampf um die Wahrheit zunehmend eskalieren. Sein Idealismus kehrt sich in blinde Wut. In Verkennung der eigentlichen Zusammenhänge wendet er sich schließlich gegen die Bürger der Stadt, die aus Furcht vor der Verschlechterung der eigenen Lebenssituation offensichtlich lieber dem Bürgermeister Glauben schenken, als der Wahrheit ins Auge zu sehen.


Henrik Ibsens letztes Gesellschaftsdrama »Ein Volksfeind« aus dem Jahre 1882 wirkt, als wäre es ein Stück aus unseren Tagen. Komponiert wie ein Politikthriller, konfrontiert es uns mit der Frage, ob die Wahrheit angesichts der Macht des Kapitals eine Chance hat? Und was Protest in unserer profitorientierten Gesellschaft überhaupt noch bewirken kann?  

Ausstattung

Regie

Schauspieler

Dramaturgie

Dauer

2 Stunden 10 Minuten

Pause

1 Pause

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