HERSTORY I

Eva Baumann / Biliana Voutchkova

Tanz und Musik begegnen sich in »herstory I« in einem intimen Duett mit magischen Momenten: Die Musik tanzt und der Körper musiziert. Selten sind die beiden Künste so ebenbürtig zu erleben und gleichzeitig so kommunikativ miteinander verbunden wie in diesem Werk der Tänzerchoreografin Eva Baumann und der Violinistin Biliana Voutchkova.
Im Zentrum stehen die Werke außergewöhnlicher Komponistinnen. Mit Entdeckerfreude und Fingerspitzengefühl nähern sich die Künstlerinnen den Solostücken und Violin-Arrangements und entführen das Publikum in zuweilen unentdeckte Klangwelten. Ihre musikalische Reise führt von der mittelalterlichen Welt Hildegard von Bingens über die Klänge des Barock bis zu den modernen Kompositionen von Joanna Bruzdowicz, Ruth Schonthal und den eigenwilligen Improvisationen von Biliana Voutchkova selbst.
Was passiert, wenn zeitgenössischer Tanz und die Musik verschiedener Epochen aufeinandertreffen? Die konzentrierte Begegnung ist Nährboden für einen Abend voller Dynamik: Mal treffen Bewegung und Klang symbiotisch-harmonisch aufeinander, mal bilden sie selbstvergessene Paralleluniversen, ein anderes Mal sind sie impulsiv und konträr. Im Vordergrund bleiben dabei immer das Aufeinander-Hören und das völlige Aufgehen im musikalisch-tänzerischen Moment.

Im Anschluss findet ein Publikumsgespräch mit den Künstlerinnen statt.

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Eva Baumann ist im klassischen wie im zeitgenössischen Tanz ausgebildet und begann bereits früh zu choreografieren. Noch als Studentin erhielt sie, zeitgleich mit dem Graduiertenstipendium des DAAD, einen niederländischen Produzentenpreis für junge Theatermacher und war später Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg. Seit 2012 fokussiert sie sich auf eigene, v. a. transdisziplinäre Arbeiten (Musik, Medienkunst, Bühnenbild, Bildende Kunst). Ihre Produktion »solitaire« war 2013 für den Stuttgarter Tanz/Theaterpreis nominiert. 2013 entstand in Stuttgart »Revisiting O.S./ humanoid_metamorph«, eine Bewegungsrecherche zu Oskar Schlemmer, außerdem »in camera« (nach »Geschlossene Gesellschaft« von Jean-Paul Sartre). 2015 war sie Residenzkünstlerin am Bauhaus in Dessau und produzierte dort das interdisziplinäre Projekt »tracing O.S._eine performative Spurensuche nach Oskar Schlemmer«. Aktuell widmet sie sich unbekannten und vergessenen Künstlerinnen verschiedener Epochen.

Biliana Voutchkova ist eine international bekannte Violinistin der zeitgenössischen klassischen Musik, der Improvisation und experimenteller interdisziplinärer Projekte, insbesondere von Musik und Tanz. Aus einer Musikerfamilie stammend, studierte sie klassische Violine zunächst in Bulgarien und dann in den USA, wo sie in Kontakt mit improvisierter Musik kam. Als Improvisatorin begibt sie sich kontinuierlich auf die Suche nach den Grenzen der akustischen und technischen Möglichkeiten ihres Instrumentes, eine Künstlerin mit einer sehr starken individuellen Stimme. Sie lebt heute in Berlin, tritt mit eigenen Kompositionen und Solo-Improvisationen auf und spielt weltweit auf Festivals und Konzerten in zahlreichen Ensembles (u. a. Splitter Orchester, Solistenensemble Kaleidoskop, Zeitkratzer, Grapeshade und Voutchkova/Thieke Duo). Sie erhielt das Kompositionsstipendium des Berliner Senats 2017, Förderungen der INM Berlin 2015/2018 und des Trust for Mutual Understanding in New York 2016.

Konzept, Choreografie, Tanz

Eva Baumann

Violine, Performance

Biliana Voutchkova

Kostüm

Katrin Wittig

Dramaturgie

Eva-Maria Steinel

Licht

Ingo Jooß

»herstory I« ist eine Produktion von eva baumann tanz/produktionen in Kooperation mit dem Archiv Frau und Musik Frankfurt/Main, musica femina münchen e.V., Sophie-Drinker-Institut Bremen, Int. Komponistinnenbibliothek/Sybil-Westendorp-Stiftung Unna, Tanztendenz/schwere reiter München.

Gefördert vom LaFT Baden-Württemberg aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Kulturamt der Stadt Stuttgart, Stiftung LBBW und der Eckhardt-Gramatté Foundation, Winnipeg, Kanda.

Dauer

1 Stunde 10 Minuten

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