Monsieur Pierre geht online (UA)

Komödie nach dem Film von Stéphane Robelin
Für die Bühne bearbeitet von Folke Braband
Gastspiel Komödie am Kurfürstendamm · Mit Walther Plathe

Seit dem Tod seiner Frau, mit der er ein halbes Jahrhundert verheiratet war, vergräbt sich Monsieur Pierre in seiner Wohnung. Er hängt nur noch seinen Erinnerungen nach, ernährt sich schlecht und begegnet allen Versuchen seiner Tochter Sylvie, ihn wieder ins aktive Leben zurückzuholen, mit schlechter Laune und Ablehnung. Doch Sylvie lässt nicht locker und stellt dem Vater eines Tages einen Laptop auf den Tisch. »Interessiert mich nicht«, kommentiert Pierre barsch. Damit könne er in der Welt herumreisen und sogar einkaufen ohne auch nur einmal einen Fuß vor die Tür zu setzen, argumentiert die Tochter unbeirrt. Und damit sich der alte Mann in den Weiten des World Wide Web nicht verirren kann, überredet Sylvie Alex, den Freund ihrer Tochter, Monsieur Pierre ein paar Nachhilfestunden zu geben.

Selbstverständlich hat der Griesgram zunächst weder Lust, sich mit dem Computer zu beschäftigen, noch ist er bereit, Geld dafür auszugeben. Doch so langsam freundet sich Pierre durch Alex’ Hilfe mit dem Ding an und lernt, dass ein ­Browser keine Dusche ist und eine Menüleiste nichts mit Essen zu tun hat. Schließlich findet er Gefallen am Internet und landet in einer Partnerbörse. Dort nennt er sich Pierrot98, macht sich mal eben schlappe 50 Jahre jünger, schreibt, dass er gern eine charmante, aufgeschlossene, tolerante Frau kennen­lernen würde und stellt das Foto von Alex in sein Profil. Schon nach kurzer Zeit melden sich Frauen bei ihm. »Das ist Teufelswerk, dieses Internet. Nicht in meinen wildesten Träumen hätte ich mir vorstellen können, mit tausenden Frauen Kontakt aufzu­nehmen. Einfach so«, schwärmt er Alex vor. Eine gefällt ihm besonders, ­Flora63, mit der er sich wunderbar austauschen kann. Die junge Frau ist von Pierres ­charmanter Korrespondenz so begeistert, dass sie ihn unbedingt kennenlernen will. Es gibt nur einen Ausweg aus der Bredouille. Alex muss sich mit der jungen Frau treffen. Und so schlittern die drei in eine verzwickte ­Ménage-à-trois voller hinreißender Irrungen und Wirrungen.

Im Sommer 2017 verzau­berte der herzerwärmende französische Film »Un profil pour deux« von Stéphane Robelin das Kinopublikum. Folke Braband, den die Heilbronner als Regisseur des großen Publikumserfolgs »Die Tanzstunde« kennen, hat den Stoff für die Bühne adaptiert und ihn mit einem Star­ensemble im März 2019 an der Berliner Komödie am Kurfürstendamm inszeniert. Jetzt kommt die Inszenierung als Gastspiel nach Heilbronn.