Unterm Radar? Strategien neurechter Bewegungen

Podiumsdiskussion

Die rechte Szene hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert. Gewaltbereite rechte Hooligans in Bomberjacke und Springerstiefeln, wie man sie aus den 1990er-Jahren kennt, sind auf dem Rückzug, stattdessen findet offenbar eine zunehmende Institutionalisierung rechtsradikalen Denkens und Agierens statt. Das legt nicht nur die Aufdeckung rechter Netzwerke bei Polizei und Bundeswehr nahe, die in den vergangenen Jahren immer wieder Schlagzeilen gemacht hat. Als Reaktion auf die Flüchtlingskrise entstanden 2014 in Deutschland mit Pegida und ihren lokalen Ablegern sowie der Identitären Bewegung zwei neue rechtsideologische Organisationen, die seit dem Rechts-Schwenk der AfD auch eine Reihe von personellen Überschneidungen mit der Partei hervorgebracht haben. Die AfD, als die erste erfolgreiche rechtspopulistische Partei nach 1945, scheint als institutionelles Sammelbecken für unterschiedliche Strömungen rechtsradikalen Denkens zu fungieren, und ist maßgeblich daran beteiligt, die Grenzen des Sagbaren immer weiter nach Rechts zu verschieben. Die Frage ist, ob sich hinter diesen Beobachtungen bestimmte Strategien ausmachen lassen, und was von dieser Entwicklung in Zukunft zu erwarten sein wird.