Die Italienerin in Algier

Komische Oper von Gioacchino Rossini
Gastspiel Pfalztheater Kaiserslautern

Die Italienerin Isabella ist mit einem Schiff vor der nordafrikanischen Küste gestrandet und mischt die Männerwelt in Algier auf. Ihr Geliebter Lindoro erweist sich als ein Sklave Mustafas, des türkischen Herrschers über Algerien. Nun setzt sie ihre weiblichen Reize ein, verdreht Mustafa den Kopf und will so den Gefangenen befreien. Gleichzeitig erleichtert und kompliziert wird die ganze Affäre dadurch, dass der Herrscher seine eigene Frau Elvira nur allzu gerne loswerden möchte – am besten, indem er sie ausgerechnet mit Lindoro verheiratet und nach Italien abschiebt. Die listige Isabella redet dem verliebten Mustafa ein, dass er, um für sie ein würdiger Ehemann zu sein, zunächst Mitglied im Orden der »Pappataci« (zu deutsch »Schweig, Vater!«) werden müsse. Die Voraussetzungen der Aufnahmezeremonie scheinen geradezu ein Kinderspiel zu  sein: Essen, Trinken, Schlafen, und sonst auf gar nichts achten. So außer Gefecht gesetzt, merkt Mustafa nicht, dass Isabella zusammen mit ­Lindoro ein Schiff Richtung Italien besteigen will ...

Nur einen Monat brauchte der gerade 21 Jahre alte Gioa­cchino Rossini, um »Die Italienerin in Algier« (»L’Italiana in Algeri«) zu komponieren. Die Uraufführung fand in Venedig am 22. Mai 1813 statt und verhalf dem jungen Künstler – zusammen mit der ­Opera seria »Tancredi« aus demselben Jahr – zum großen Durchbruch. Mehr noch: Diese Buffo-Oper mit ihrer ironischen Situationskomik, den pointierten Arien und temperamentvollen Ensembles wurde zum Inbegriff des in Musik übersetzten Humors. So steigert sich die Verwirrung im ersten Finale so weit, dass die Figuren jede sprachliche Fähigkeit verlieren und sich nur noch in der Imitation von Instrumenten, Tierstimmen oder Geräuschen ausrücken können. Nur ein Beispiel für den überbordenden Einfallsreichtum eines Meisters der musikalischen Komik. Inhaltlich knüpft Rossini mit seiner »Italienerin« an die Mode der »Serail«-Opern an, wie sie von Mozart und Gluck geprägt wurde, wenn auch in einer witzigen, fast emanzipatorischen Umkehrung der ­Geschlechterrollen.