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Theaterflat für Studierende der Hochschule Heilbronn
Studierendenvertretung und Theaterleitung haben Vertrag unterzeichnet/Verhandlungen auch mit der Dualen Hochschule Heilbronn

Studierende der Hochschule Heilbronn gehen ab September 2019 nahezu kostenlos ins Theater Heilbronn. Gegen Vorlage des Studentenausweises können die Studierenden ab 3 Tagen vor einer Vorstellung, je nach Platzverfügbarkeit, kostenfreie Karten für Inszenierungen des Theaters Heilbronn buchen.
Die Hochschule Heilbronn überweist im Gegenzug eine Pauschale von einem Euro für jeden Studierenden pro Semester, der über die Semestergebühr vom AStA eingenommen wird. Diese Regelung hat die Studierendenvertretung der Hochschule Heilbronn nach Verhandlungen mit dem Theater verabschiedet. Auch der Heilbronner Standort der Dualen Hochschule Baden Württemberg ist sehr an diesem Kooperationsmodell interessiert. Prof. Nicole Graf, die Rektorin der Dualen Hochschule Heilbronn, hat auch für die DHBW die Einführung der Theaterflat signalisiert.
 »Mit viel Freude und Zuversicht haben wir den Abschluss der Kooperation zwischen der Studierendenschaft und dem Theater Heilbronn zur Kenntnis genommen«, sagen Jonatan Böhm, der Standortvorsitzende des AStA Heilbronn und Viktor Kraev, der Studierendenpräsident der Hochschule Heilbronn, die sich beide maßgeblich für die Theaterflat engagiert haben. »Denn für die Studierenden ergeben sich bisher ungeahnte Möglichkeiten, am kulturellen und sozialen Leben der Stadt teilzuhaben – ganz unabhängig von der individuellen finanziellen Situation.« Beide Studierendenvertreter können sich vorstellen, dass dadurch auch die Attraktivität von Heilbronn als Studentenstadt wächst. Auch Prof. Oliver Lenzen, Rektor der Hochschule Heilbronn, macht sich für die kulturelle Bildung seiner Studierenden stark und sagt: »Besonders freue ich mich über das Engagement unserer Studierendenschaft, die diese Zusammenarbeit möglich gemacht hat. Die Kooperation ist für die gesamte Hochschule ein Gewinn. Denn neben einem ausgezeichneten Lehrangebot sind auch das kulturelle Angebot und die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung ausschlaggebend für die Wahl des Studienortes.«

Intendant Axel Vornam freut sich, die Kooperation zwischen den Hochschulen und dem Theater auf ein neues Niveau zu heben. Bereits jetzt gibt es einen Studententag an jedem Dienstag  mit vergünstigten Preisen und mit dem »Sixpack« ein spezielles Studierendenabo. Außerdem wurden kostenlose Führungen für Studierende und mit der »Premierenklasse« eine intensive Begleitung der Probenarbeit für eine Inszenierung angeboten.
Die Theaterflat macht den Theaterbesuch für Studierende noch einfacher. Weitergehende Angebote mit Blicken hinter die Kulissen und Probenbesuchen für besonders theaterinteressierte Studierende soll es auch weiterhin geben.  In einem nächsten Schritt sollen Möglichkeiten entwickelt werden, um Lehrinhalte an den Hochschulen  und tiefergehende Theaterangebote miteinander zu verzahnen.

 

Autoren wie Heiner Müller, Lukas Rietzschel oder Max Frisch stehen auf dem Programm

»Umbrüche« – unter diesem Spielzeitmotto schaut das Theater Heilbronn in der Spielzeit 2019/2020 auf die Zäsuren in der Deutschen Geschichte und deren Auswirkungen auf den Einzelnen. Anlass sind nicht nur die zwei großen historischen Jubiläen, die die Theatersaison 2019/2020 prägen: Der 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2019  und das Ende des zweiten Weltkriegs, das sich am 8. Mai 2020 zum 75. Mal jährt. Motiv ist auch die Erkenntnis des 2012 verstorbenen britischen Star-Historikers Eric Hobsbawn, der »die Zerstörung der Vergangenheit«  als unheimlichstes Phänomen des 20. Jahrhunderts bezeichnet  – die vollkommene Ignoranz »des sozialen Mechanismus, der die Gegenwartserfahrung mit derjenigen früherer Generationen verbindet«. Das Theater Heilbronn unternimmt deshalb einen Rückblick auf die historischen Umbrüche in der Deutschen Geschichte und versucht unsere Gegenwart damit in Verbindung zu bringen: Wie sind wir geworden, wer wir sind? Was hat uns beeinflusst?
Getreu der Maxime von Georg Wilhelm Friedrich Hegel »Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt« soll dies kein oberflächlicher Blick auf die scheinbar bekannten Fakten sein, sagt Intendant Axel Vornam: »Es geht vielmehr darum,  das Wesen hinter den Erscheinungen zu verstehen, den Zusammenhang von Ursache und Wirkung herzustellen und die Triebkräfte der gesellschaftlichen Entwicklung zu erkennen – auch um der Simplizität eines linearen Geschichtsverständnisses entgegen zu wirken«. Eine ganze Veranstaltungsreihe ist dem Thema 30 Jahre Deutsche Einheit gewidmet. Unter dem Titel »Erinnerung ist Liebe zur Zukunft« finden monatliche Lesungen, Vorträge, Gesprächsrunden und Filmabende in Kooperation mit dem Kinostar Arthaus-Kino statt.
Ein weiteres neues Veranstaltungsformat ist die »StreitBar«. Hier ist das Publikum im Anschluss an ausgewählte Vorstellungen eingeladen, an der Bar im Rangfoyer mit dem Inszenierungsteam und Schauspielern über die Inszenierungen zu diskutieren.

Eine Spielplanübersicht gibt es hier