Balancing Bodies

Compagnie Woest (NL)

Keine Bühne, keine nummerierten Sitzplätze, kein Licht, das gedämpft wird. Nur ein ganz normaler Raum mit Bürostühlen auf Rollen. Man nimmt Platz, genau wie Dutzende anderer Zuschauer, und rollt durch den ganzen Raum. Vier Tänzerinnen und Tänzer laufen zwischen Ihnen hin und her. Sie laden Sie ein, einen Brief zu lesen, ein Geschenk auszupacken, ein Bild zu malen. Mit diesen vier Darstellern wird das Publikum in einen Raum hineingezogen, der überrascht und die Grenzen zwischen Künstler und Zuschauer verschwimmen lässt. Eine Welt, die vom Unerwarteten geprägt ist.

In »Balancing Bodies« finden sich sowohl die Darstellerinnen und Darsteller als auch die Zuschauenden in einem unberechenbaren Raum wieder. Ein theatralisches Universum voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen entsteht, in dem die Darsteller jeden Zuschauer zu einem intimen und bemerkenswerten Austausch einladen. Das Zusammenspiel zwischen Darsteller und Zuschauer ist für Cie Woest zentral. Das ist der Kern, um den das Stück kreist. »Balancing Bodies« ist dynamisch, spielt mit den Codes des Theaters und des Lebens und untergräbt sie. Es schafft einen Raum, in dem nichts so ist, wie es scheint. Kommen Sie und erleben Sie es selbst!

Die Compagnie Woest möchte mit ihren ortsspezifischen Performances ein vielfältiges Publikum erreichen. Nicht nur in Bezug auf das Alter, sondern auch in Bezug auf den Hintergrund. Einem Publikum kann man kein Etikett aufdrücken, genauso wenig wie man Woest eines aufdrücken kann. Woest will an Orten auftreten, die nicht auf den ersten Blick als perfekte Spielorte erscheinen, sondern sie auf natürliche Weise zu solchen werden lassen. Die entspannte Herangehensweise, die lesbare Choreografie und die verbindende Wirkung der Arbeit in einem unbekannten Raum ermöglichen es Woest, ein Publikum zu erreichen, das sonst nicht mit Tanztheater in Berührung kommen würde.

Tuur Devens | Theaterkrant

Balancing Bodies ist ein schwieriger Balanceakt zwischen dem Körper als Objekt und den Objekten als Körper. Woest sucht ein Gleichgewicht zwischen Performer und Publikum, Jung und Alt, zwischen Albernheit und Ernsthaftigkeit, zwischen Verspieltheit und Organisation. Und sie finden es.