Sonoma

La Veronal (ES)

»Wenn es einen Himmel gibt, dann existiert er hier und jetzt«, sagte Luis Buñuel. Das Werk des bedeutendsten spanischen Regisseurs der Filmgeschichte mit seiner überbordenden surrealistischen Phantasie war Inspiration für den Tanzabend »Sonoma« der Kompanie La Veronal. Choreograf Marcos Morau, wie Buñuel Spanier, ist für den Tanz ebenso wegweisend wie der berühmte Filmemacher für das Kino: Moraus Stücke zeigen fantastische Bilder von fremdartiger Schönheit, symbolträchtige Welten aus Bewegung, Kunst, Architektur, Text und Musik. Mit »Sonoma«, einem Abend, den er nur mit Frauen erarbeitet hat, holt Morau die geheimnisvolle Ästhetik Buñuels auf die Bühne und verbindet sie mit Elementen der spanischen Geschichte und Folklore zu mehrdeutigen, zum Teil unerklärlichen Bildern. Ein wundersamer Kosmos aus Buñuels Bilderwelt, religiös anmutenden Zeremonien und Prozessionszügen mit eindeutig uneindeutigen Figuren entsteht. Das rein weibliche Kollektiv strebt aus der Tradition in die Moderne, kämpft mit lauten Trommelschlägen und Schreien gegen die gesellschaftliche Unterdrückung, verleiht dem Wunsch nach individueller Freiheit Ausdruck und sprengt die Fesseln des Konformismus: Für den Himmel – hier und jetzt!

Das Wort ›Sonoma‹ findet sich in keinem Wörterbuch, es setzt sich aus dem griechischen Wort Soma (Körper) und dem lateinischen Sonus (Klang) zu einer Art Körperklang zusammen.

Marcos Morau (Valencia, 1982), der in Barcelona, Valencia und New York in den Bereichen Fotografie, Bewegung und Theater ausgebildet wurde, erschafft imaginäre Welten, in denen sich Bewegung und Bild treffen und gegenseitig verschlingen.

Seit mehr als zehn Jahren leitet Marcos die Kompanie La Veronal als Regisseur, Choreograf und Designer für Bühnenbild, Kostüme und Beleuchtung. Er reist um die Welt und präsentiert seine Werke auf Festivals, in Theatern und in verschiedenen internationalen Kontexten wie dem Théâtre National de Chaillot in Paris, der Biennale di Venezia, dem Festival d’Avignon, Tanz im August in Berlin, dem Roma Europa Festival, dem SIDance Festival in Seoul und Sadler’s Wells in London, um nur einige zu nennen. Zusätzlich zu seiner Arbeit mit La Veronal hat Marcos Morau als Gastkünstler für verschiedene Kompanien und Theater in der ganzen Welt gearbeitet, wo er neue Kreationen entwickelt, die sich immer zwischen darstellender Kunst und Tanz bewegen. Unter anderem arbeitete er mit der Göteborgs Operans Danskompani, dem Ballet du Rhin, dem Royal Danish Ballet, dem Scapino Ballet Rotterdam, der Carte Blanche, dem Ballet de Lorraine, der Compañía Nacional de Danza und dem Theater Tanz Luzern. Er ist der jüngste Träger des Nationalen Tanzpreises in Spanien. Marcos Moraus choreographische Sprache ist vom abstrakten Tanz und dem physischen Theater geprägt. Er entwickelt ein kraftvolles Tanzvokabular, das auf der Aufhebung jeglicher körperlicher  Logik beruht, altbekannte Bewegungsabläufe zerlegt und in völlig neue Zusammenhänge stellt.

Frankfurter Rundschau

Überwältigend.

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Morau ist einer der wenigen Regisseure, die uns auf die Reise in ein surreales Universum mitnehmen, wo Theatralik, visionäre Originalität und fantastische Fresken für ständige kinematografische, literarische und bildhafte Höhepunkte sorgen.