Le Nozze di Figaro

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Koproduktion mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart

Der Graf Almaviva ist ein Schürzenjäger, wie er im Buche steht. Er lässt nichts anbrennen und stellt den Frauen am Hof nach – obwohl er mit Gräfin Rosina verheiratet ist. Aber im Moment hat es ihm besonders Susanna angetan, die Kammerdienerin seiner Frau, die er gegen Bezahlung in sein Bett locken will. Doch Susanna interessiert sich so gar nicht für den Grafen, ist sie doch in dessen Kammerdiener Figaro verliebt. Die Hochzeit der beiden steht bereits kurz bevor. Dem Grafen geht das zwar gegen den Strich, aber immerhin kann er dann die Hochzeitsnacht mit Susanna verbringen, denn er nimmt sich das »Privileg der ersten Nacht«. Die Aussicht auf diesen so gar nicht romantischen Start ihrer Ehe lässt Susanna verzweifeln, so dass sie sich schließlich Figaro anvertraut und auch der Gräfin ihr Herz ausschüttet. Gemeinsam schmieden sie den Plan, den Grafen durch eine geheime Botschaft in der Hochzeitsnacht in den Park zu locken. Hier soll ihn aber nicht Susanna erwarten, sondern seine Gräfin – die beiden wollen ihre Kleider tauschen. Denn auch die Gräfin möchte dem Treiben ihres Mannes ein Ende bereiten, fragt sie sich doch in einer berührenden Arie, »wo bloß die schönen Stunden hin sind«.

Teil des Verwirrspiels ist auch der liebestolle Page Cherubino, der ganz im Hormonrausch nur noch die Frauen im Kopf hat. Auch ihm hat es besonders Susanna angetan, und so sorgt er in der ohnehin schon verzwickten Konstellation für noch mehr Irrungen und Wirrungen.

Mozarts und da Pontes Opera buffa gelingt eine erfrischende Mischung aus unterhaltsamer Komödie und messerscharfer Gesellschaftskritik. Denn obwohl die Vorlage von da Pontes Libretto, »Der tolle Tag oder die Hochzeit des Figaro« von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, wegen ihrer massiven Kritik am Adel am Vorabend der französischen Revolution verboten wurde, gelang es da Ponte, beim Kaiser schon vorab die Erlaubnis für die Veröffentlichung der Oper einzuholen. Er strich dennoch nicht die politische Kritik aus dem Stück. Figaros berühmte Worte »Adel, Reichtum, ein hoher Rang, Würden, das macht so stolz. Was haben Sie denn getan, um so viele Vorzüge zu verdienen? Sie machten sich die Mühe, auf die Welt zu kommen, weiter nichts« sind eindeutiger kaum zu verstehen. Nichtsdestotrotz kam das Stück 1786 in Wien zur Uraufführung und verzeichnet bis heute fulminante Erfolge. Die Oper hat nichts an ihrer Aktualität eingebüßt, vor allem durch die außerordentlich starken Frauenrollen. Sie weisen die Männer in die Schranken, bestimmen selbst über sich und ihren Körper und werden vom bloßen Objekt der Begierde zum handelnden Subjekt ihrer eigenen Selbstermächtigung.