Lazarus
Ein Musical von David Bowie und Enda Walshnach dem Roman »The Man Who Fell To Earth« von Walter Tevis | Deutsch von Peter Torberg | Mit englischen und deutschen Übertiteln
»Look up here, I’m in heaven, I’ve got scars that can’t be seen …« (»Schaut hier hoch, ich bin im Himmel. Ich habe Narben, die nicht zu sehen sind …«)
Es sind die ersten Liedzeilen von David Bowies »Lazarus«, dem titelgebenden Eröffnungssong seines gleichnamigen Musicals. Markante Zeilen. Prophetische Zeilen. Niemand ahnte, dass die Uraufführung des Musicals am 7. Dezember 2015 in New York Bowies letzter öffentlicher Auftritt sein würde. Seine schwere Erkrankunghielt er zu diesem Zeitpunkt geheim. Der Ausnahmekünstler Bowie war an jenem Abend glücklich, sein gemeinsam mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh geschriebenes Musical auf der Bühne zu sehen. Es war ein langgehegter Traum. Seit David Bowie 1976 die Hauptrolle in dem Film »The Man Who Fell to Earth« gespielt hat, beschäftigte ihn der Stoff.
Der Außerirdische Thomas Jerome Newton kommt zur Erde, um Wasser für seinen ausgedörrten Planeten zu besorgen und gründet ein High-Tech-Milliardenunternehmen, um ein Raumschiff für seine Rückkehr bauen zu können. Doch Newton verfällt der Geschäfts- und Konsumwelt mit all ihren Tücken, verliebt sich in das Erdenmädchen Mary Lou und verliert sein Ziel aus den Augen. Zynisch und desillusioniert endet Newton als ein Erdbewohner unter vielen. Doch er kann nicht altern und nicht sterben.
An dieser Stelle stricken Bowie und Walsh die Geschichte weiter. Newton lebt unter uns, verbringt seine Tage vor dem Fernseher und trinkt Gin. Er wird von den Dämonen seiner Vergangenheit gequält, die er im Alkohol zu ertränken versucht, und trauert seiner verlorenen Liebe Mary Lou nach. Seine Unsterblichkeit peinigt ihn, und er sehnt sich nach Erlösung. Als ein junges Mädchen, eine verlorene Seele wie er, in sein Leben tritt, schöpft Newton Hoffnung: Könnte sie ihm dabei helfen, seine lang ersehnte Reise anzutreten?
»Lazarus« versammelt Bowies Welthits wie »Absolute Beginners«, »Heroes«, »This Is Not America« und »Life on Mars?«. Und es enthält vier neue Stücke, die extra für dieses Musical geschrieben wurden, unter anderem das titelgebende »Lazarus« – insgesamt bestimmen 17 großartige Bowie-Songs den Soundtrack. Gut einen Monat nach der Uraufführung von »Lazarus« starb Bowie am 10. Januar 2016. Im Nachhinein wird diese Geschichte des zum ewigen Leben verdammten Mannes, der sich ins Jenseits sehnt, als sein Vermächtnis gesehen. Ein Werk, das zwischen Traum und Wirklichkeit changiert und über die Sinnhaftigkeit menschlichen Daseins philosophiert. Und über den Tod, der zum Leben gehört. Der biblische Lazarus gilt als Symbol der Wiederauferstehung. David Bowie hat sich mit seiner Musik ohnehin unsterblich gemacht.
For the English version of this page CLICK HERE.
Hier können Sie schon einmal in die Playlist reinhören ─ vom Originalcast in New York.
Angela Reinhardt | kesseltoene | 16.03.2026
»Bei musikalisch großartiger Qualität bejubelte das Premierenpublikum am Samstag David Bowies Musical "Lazarus" mit Standing Ovations. [...]Regisseur Thomas Winter zeigt den Helden weniger als Exzentriker denn als einen Todesmüden, der nur eines will: weg von dieser Welt. Es ist das passende Musical zur aktuellen Stimmung. Im strahlen weißen Anzug, der ihn ähnlich ephebenhaft aussehen lässt wie den junge Bowie, singt Nikolaj Alexander Brucker mit klarer Rockstimme und wandelt mithilfe des Mädchens ohne Namen die absolute Desillusion des Einsamen zum Schluss in eine leise Hoffnung.«
André Böke | Musicalzentrale | 16.03.2026
»Thomas Winter wirkt mit seiner Regie den Wirren entgegen, indem er prägnante Visualisierungen und ein kluges Bühnenbild einsetzt, das die Handlung in Erzählebenen unterteilt und sie in größere Kontexte setzt. Sebastian Ellrich bringt mit seiner Ausstattung sowohl mit seinem Kostümbild als auch mit dem Bühnendesign eine interessante Visualität ins Stück.[...]Auch die achtköpfige Band unter Heiko Lippmann, die mittels Hebebühne immer wieder Teil des Geschehens wird, spielt Bowies unverkennbare Lieder mit der nötigen Expertise und spürbarem Feingefühl.[...]Auch wenn das Buch polarisierend wirken kann und „Lazarus“ als Musical nur bedingt funktioniert, ist für Bowie-Fans ein runder Best-of-Abend garantiert, in den alle Beteiligten merklich viel Herzblut und Hirnschmalz investiert haben, um den künstlerischen Gehalt auszuleuchten.«
Christoph Feil | Heilbronner Stimme | 16.03.2026
»Wer aber die Augen schließt, meint mit Nikolaj Alexander Brucker einen Wiedergänger Bowies zu hören. Als Newton ist der Schauspieler, Sänger und Tänzer grandios besetzt. „Ich bin ein Sterbender, der nicht sterben kann“, macht Brucker Todeswunsch und Erlösungssehnsucht seiner Figur greifbar. Gesanglich und darstellerisch herausragend sind auch Juliane Schwabe in der Rolle der Assistentin Elly und Cosima Fischlein, die das verlorene Mädchen gibt. Oliver Firit als dämonischer Valentine im glitzernden, schwarzen Anzug spielt und singt sich bei der ausverkauften Premiere am Samstag in Form.«
















29.04.2026
23.06.2026
30.04.2026