BLKDOG

von Botis Seva | Far From The Norm (UK)

In der mit dem Olivier Award ausgezeichneten Hip-Hop-Performance »BLKDOG« erforscht der international gefeierte britische Choreograf Botis Seva gemeinsam mit seiner Company »Far From The Norm« die komplexe Verbindung von Selbsterkenntnis und Selbstzerstörung. Existenzielle Fragen stehen im Raum, nach Verdrängung, Gewalt und früher Traumatisierung: eine wunderschöne und gleichzeitig drastische
Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, mit denen sich eine junge Generation konfrontiert sieht, in einer Welt, die nicht für sie gemacht zu sein scheint.
Auf der Bühne ist eine eindrucksvolle Komposition aus emotional aufgeladener Hip-Hop-Choreografie, düster-treibender Musik, welche die Gedankenwelt der Figuren mitzeichnet, persönlichen Texten von Botis Seva selbst und seinen Kompanie-Mitgliedern und faszinierendem Lichtdesign zwischen Nebel und Desillusionierung zu sehen. Die Tänzer und Tänzerinnen sind auf einer intensiven Suche nach Bewältigungsstrategien und äußern das tief menschliche Bedürfnis nach Akzeptanz. 
»BLKDOG« überwindet kulturelle Grenzen, spricht ein weltweites Publikum unterschiedlichster Herkunft an und drückt eine tiefe Menschlichkeit aus, der man sich nicht entziehen kann oder will. Wie finden wir einen Umgang mit schweren Kindheitserinnerungen, mit traumatischen Erlebnissen im Erwachsenenalter, mit den Verbindungen dazwischen? Wie finden wir Frieden?

 

Botis Seva ist eine bahnbrechende choreografische Stimme, die im Hip-Hop-Tanztheater verwurzelt ist. Die Arbeit des Briten erwächst aus dem realen Leben und nimmt seine eigenen Geschichten auf, sowie die der Menschen in seinem Umfeld, während er Techniken aus Film, Literatur, Kunst und anderen Tanzsprachen einbezieht, um seine Herangehensweise an Kreativität und die Bühne stetig weiterzuentwickeln. Abseits von konventionellen Bildungswegen entwickelte Seva bereits mit 15 Jahren den Wunsch, Choreograf zu werden. Mit 19 Jahren gründete er mit Freunden seine Hip-Hop-Tanztheaterkompanie »Far From The Norm« in Dagenham, London.
In seinen frühen Jahren prägten die »Breakin’ Convention«-Workshops am Sadler’s Wells Theatre sein Selbstbewusstsein und seine Handschrift. Bald waren seine Arbeiten auf Bühnen, an öffentlichen Schauplätzen und in Tanzfilm-Kreisen wiederzufinden. Er erhielt zahlreiche Preise, u. a. eine Förderung durch den Bonnie Bird Choreography Fund, den Marion North Mentoring Award (2015), den Preis des Internationalen Choreografie Wettbewerbs Kopenhagen (2016), Choreography 30 Hannover (2016) und den Olivier Award für »BLKDOG« (2019) als beste neue Tanzproduktion, und war für einige weitere Preise nominiert. Seva war außerdem an verschiedenen Filmen beteiligt und hat für verschiedene Kompanien und Theater Auftragswerke für die Bühne umgesetzt, z. B. für das Scottish Dance Theatre, Rupert Goold, National Youth Dance Company, Wayne McGregor und Robin Friend, Battersea Arts Centre/Suri Krishnamma, Acosta Dance und NDT.

Graham Watts | DanceTabs, UK
Selten stößt man auf junge Choreografen, die eine so charakteristische Bewegungssprache entwickeln und Seva ist definitiv eines der originellsten aufstrebenden Talente des Vereinigten Königreichs – wenn nicht ganz Europas – im Bereich der Choreografie. 

Lindsey Winship | The Evening Standard, UK
Botis’ politischer, theatralischer und experimenteller Ansatz zum Hip-Hop könnte ihn schlicht und ergreifend zum großen Star von morgen machen.