Natural Order of Things
GN|MC Guy Nader | Maria Campos (LB/ES)2022 und 2023 haben sie mit »Set of Sets« und »Made of Space« bei »TANZ! Heilbronn« ordentlich für Eindruck gesorgt. Für die letzte Festival-Ausgabe kehren Guy Nader und Maria Campos noch einmal nach Heilbronn zurück. Mit »Natural Order of Things« nehmen sich GN|MC des Verhältnisses von Mensch, Natur und Universum an. Inspiriert sind sie dabei vom Prinzip der geordneten Unordnung. Wie Teilchen, die sich mit extremer Perfektion und Präzision bewegen, dabei jedoch zufällig und unvorhersehbar sind, verhalten sich neun Tänzer und Tänzerinnen wie ein Organismus, folgen scheinbar chaotischen Pfaden, um sich doch wieder in kohärenten Gruppen zu organisieren. Sie schreiten, neigen sich, fallen, wenn der Schwerpunkt überschritten ist, zerstäuben in alle Richtungen, nur um sich wiederzufinden. Mit ihrer einzigartigen, der Schwerkraft trotzenden Verbindung aus zeitgenössischem Tanz und Akrobatik zeichnet die Kompanie in dieser Performance Naturphänomene nach. Aus sich wiederholenden Bewegungen, aus Zyklen von Chaos und Ordnung, entsteht ein geradezu hypnotischer Sog. So erwächst auf der Bühne ein Mikrokosmos aus sich selbst organisierenden Systemen, manifestiert sich im Spiel aus Gleichgewicht und Fall ein Widerstand, ein Protest gegen das sich stets anbahnende Chaos der Welt. Die Tanzperformance ist eine Ode an das Leben selbst, an seine Zerbrechlichkeit und ein Versuch, wieder ein Gefühl von Zugehörigkeit, von Schönheit und Geborgenheit mit und in der Natur herzustellen.
GN|MC ist ein unabhängiges Ensemble der beiden Choreografen und Tänzer Guy Nader und Maria Campos mit Sitz in Barcelona. Das libanesisch-spanische Künstlerduo arbeitet seit 2006 zusammen, ihre Werke wurden auf zahlreichen Festivals und an internationalen Veranstaltungsorten gezeigt. Ihre Arbeitsweise verbindet choreografische Praxis mit Prinzipien der Physik und entwickelt sich zu einer präzisen Erforschung von Zeit-Raum-Kompositionen. Beide streben nach hoher körperlicher Leistungsfähigkeit, um den Körper an seine Grenzen zu führen, und suchen dabei gleichermaßen nach Kraft und Feinheit in der Bewegung. Grundlage ihrer Arbeit ist eine intensive Bewegungsforschung zu Gewicht, Raum, Zeit und Gruppendynamik, in der der Körper zugleich Subjekt, Objekt und Werkzeug seines eigenen Wissens ist.
Guy Nader studierte Schauspiel am Institut für Bildende Künste der Libanesischen Universität Beirut und Physisches Theater an der Moveo Theatre School in Barcelona. Er gewann zahlreiche Preise, u. a. den ersten Preis beim Internationalen Festival Masdanza 2010 für sein Solo »Where The Things Hide«. Er ist Associated Artist der La Caldera und Artist in Residence am Graner-Creation-Centre in Barcelona. Neben seiner Tätigkeit als Choreograf gibt Guy Nader regelmäßig Workshops und Kurse in aller Welt.
Maria Campos studierte an der SEAD Salzburg Experimental Academy of Dance in Österreich und absolvierte einen Bachelor of Arts in Tanz an der Amsterdam School of Arts. Sie hat mit zahlreichen Kompanien und unabhängigen Künstlern gearbeitet, wobei sie ihr eigenes Schaffen mit Unterrichten kombinierte.
Jordi Bordes | Recomana | 6.7.2024
Wertvolle Momente des Schwebens, die vom Vorhersehbaren zum Unvorhersehbaren reichen. Es ist, als würde man die Luft, den Sturm und die Ruhe tanzen. Wie das Tanzen dessen, was in der Natur zu beobachten ist, und versuchen, es mit Schlichtheit auf die Bühne zu übertragen.
Jordi Bordes | El Punt Avui | 5.7.2024
Eine hypnotische, hochpräzise Gruppenarbeit, in der Gravitation, Gewicht und Gleichgewicht zum eigentlichen Motor der Bewegung werden.
Helmut Ploebst | Der Standard | 19.6.2025
Stattdessen lassen sie virtuos und unkapriziös die Kreativität der Natur antanzen. So entsteht vor den Augen des Publikums ein Maß an Ordnung, das dem Leben jene Freiheit bringt, die es zur Entfaltung braucht.








28.03.2026
31.03.2026
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