Delay the Sadness

von Sharon Eyal (FR) | S-E-D

Mit »Delay the Sadness« präsentiert Sharon Eyal, eine der bedeutendsten Choreografinnen unserer Zeit, die neueste Kreation für ihre Tanzkompanie »S-E-D«. Dieser sensationelle, magnetische Abend handelt von Verlust, Trauer und Liebe, von Reinheit und Erinnerung. »Delay the Sadness« ist persönlich und tiefgründig. 

»›Delay the Sadness‹ ist eine Einladung zu fühlen, zu teilen und sich zu verbinden. Traurig und glücklich zu sein. Und vor allem zu sein. Einfach.« Sharon Eyal 

Der Soundtrack von Josef Laimon ist lebhaft und intim, traurig und fröhlich zugleich und untermalt die einprägsame, kraftvolle Atmosphäre. Josef Laimon komponierte bereits für Sharon Eyals Produktion »ima« (2024).

Continuation of life after death.
Continuation of sadness and purity.
Continuation of mother.
emotions
memories
I remember, recall,

imagine, dream
Dancing ... breathing ...

suffocating ... stopping

Fortsetzung des Lebens nach dem Tod.
Fortsetzung der Traurigkeit und Reinheit.
Fortsetzung der Mutter.
Emotionen
Erinnerungen
Ich erinnere mich, denke zurück,
stelle mir vor, träume
Tanzend ... atmend ...

erstickend ... innehaltend

 Sharon Eyal

 

Sharon Eyal ist eine international renommierte Choreografin und künstlerische Leiterin, die Choreografie als Gesamtkunstform versteht, in der Bewegung, Musik und Kostüm gemeinsam entstehen. Ihre Arbeiten sind geprägt von körperlicher Intensität und präziser Bewegungssprache zwischen
klassischem Ballett und erweitertem künstlerischem Spektrum. 2013 gründete sie mit ihrem künstlerischen Partner Gai Behar die Kompanie »S-E-D« als Plattform für Werke mit großer künstlerischer Freiheit. 2022 verlegten beide ihren Lebensmittelpunkt nach Paris und stärkten von
dort aus ihr Engagement in der europäischen Kulturszene. Ihr rund fünfzig Werke umfassendes Repertoire wurde von führenden Institutionen wie der Opéra national de Paris, dem Nederlands Dans Theater, dem Königlich Schwedischen Ballett, der Göteborgs Opera und der Staatsoper Berlin präsentiert. Produktionen von »S-E-D« touren weltweit und waren u. a. in der Park Avenue Armory, im Joyce Theatre, im Théâtre National de Chaillot, bei Julidans, beim Manchester International Festival sowie im Sadler’s Wells zu sehen, wo Eyal assoziierte Künstlerin ist. Die Kostüme für mehrere ihrer Werke wurden von Maria Grazia Chiuri (Christian Dior Couture) entworfen. Musikalisch prägt eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Elektronik-Künstlern und dem Label Young (u. a. mit Jamie xx) ihre Arbeit. In diesem Kontext entstanden »R.O.S.E« mit Live-DJ-Sets von Ben UFO und »Call Super« sowie »Into the Hairy« mit einer Originalkomposition von Koreless. Im Bereich der bildenden Kunst kooperierte sie mit Es Devlin für die Art Basel sowie mit George Rouy in Projekten mit Hauser & Wirth und der Hannah Barry Gallery. Für ihr Schaffen erhielt Eyal u. a. den FEDORA VAN CLEEF & ARPEL Ballet Prize, den Theaterpreis »Der Faust«, den Grand Prize der Dutch Dance Days sowie den Ordre des Arts et des Lettres (Officière) des französischen  ulturministeriums.

Marion Meyer | Die Deutsche Bühne | 13.09.2025
Eyal gelingt wieder ein verrätselter Mix aus ungewöhnlichem Bewegungsrepertoire und gestischen Tänzen bis zu komplexen Gruppengebilden, die das Ensemble mit ihren biegsamen Körpern in technischer Präzision formt. Alle halten eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger gen Himmel, wie einen Hinweis auf das Göttliche. Dann wieder wollen sie etwas darreichen – wem und was bleibt offen. Die Gruppe ist immer in Bewegung, die Atmosphäre wechselt.

Konrad Kögler | Das Kulturblog | 14.09.2025
»Delay the Sadness« ist ein sehr persönliches Werk von Eyal, das ihrer vor zwei Jahren verstorbenen Mutter verstorben ist. Der eine Stunde kurze Abend schwelgt in zärtlichen, fließenden Bewegungen. Erst gegen Ende werden die Gesten abgehackter. Ein stummer Schrei wird von einem Paar zelebriert.