Mein ziemlich seltsamer Freund Walter

Schauspiel von Sibylle Berg

Lisa ist ziemlich unglücklich. Ihre Klassenkameraden können sie nicht leiden und auch ihre Lehrerin mag die Schülerin nicht, die im Unterricht heimlich Bücher über Astrophysik liest. Niemand macht ihr Frühstück, weil ihre arbeitslosen Eltern sehr lange schlafen. Wenn Lisa nach Hause kommt, sind ihre Eltern vom Bett aufs Sofa umgezogen, hören Musik und trinken Wein. Lisa schiebt sich eine Tiefkühlpizza in den Ofen und wünscht sich, endlich erwachsen zu werden. Wenn sie wenigstens einen Hund hätte! Oder einen Außerirdischen zum Freund!
Das Universum ist Lisas Welt. Sie hat sich sogar selbst einen Computer gebaut, um nach extraterrestrischem Leben zu forschen. Eines Abends landet ein Ufo hinterm Haus. An Bord ist Walter, 345 Jahre alt, in Außerirdischenjahren noch ein Junge. Auf Walters Planeten wird vor allem gekuschelt und sich umeinander gekümmert. Er macht sich daran, in Lisas Leben aufzuräumen – bis sie auch ohne fremde Kräfte wieder zurechtkommt.

Sibylle Berg nähert sich dem Thema der sozialen Ausgrenzung auf feinsinnige Weise. Dieses Schauspiel für Kinder ab 12 Jahren öffnet die Augen und stimmt nachdenklich – besonders weil es nicht auf die Tränendrüse drückt, sondern den Humor ganz großschreibt.

Das Stück entstand als Auftragswerk der Kunststiftung NRW anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums 2014.