Von Maus und Mond oder Wer ist der Größte?

Schauspiel von Paul Maar

Dieses Stück spielt im hohen Norden Kanadas bei den Inuit. Da leben zwei Kinder: ein Mädchen und ein Junge. Eines Tages streiten sie auf dem Heimweg von der Schule, wer größer von ihnen beiden sei. Sie können aber zu keiner Einigung kommen und bitten die alte Leah zu entscheiden. Denn bei den Inuit hört man noch auf die Alten und holt sich in allen wichtigen Entscheidungen ihren Rat. Großmutter Leah erzählt den beiden eine uralte Geschichte. Sie handelt vom eingebildeten Mond, einer Wasserpfütze und von einem Hasen, dem es am Ende ganz schlecht bekommen sollte, dass er sich für den Größten hielt. Diese Geschichte macht den beiden klar, dass es auf die Größe überhaupt nicht ankommt. Für einen Moment sind die Kinder zufrieden. Aber schon bricht der nächste Streit aus: Wer ist stärker? Die beiden geben keine Ruhe. Erst als die weise Leah die Geschichte vom Mäusekönig erzählt, der seine Tochter nur dem stärksten Wesen auf Erden zur Frau geben wollte, erkennen die Kinder, was wirklich zählt.

Paul Maar, der Erfinder des Sams, erzählt mit »Von Maus und Mond oder Wer ist der Größte?« vom Bedürfnis schon ganz kleiner Menschen, sich permanent mit anderen zu vergleichen und besser sein zu wollen. Dabei wird klar, dass Größe und Stärke immer eine Frage der Betrachtung sind, und dass Liebe und Freundschaft einen viel größeren Wert haben. Maar hat sich lange mit der Kultur und den Mythen der Inuit beschäftigt, gerade weil in deren alten Geschichten so viel Tiefe, Weisheit und Humor stecken.