Funny Money!

Komödie von Ray Cooney
Deutsch von Maria Harpner und Anatol Preissler

Ausgerechnet an seinem Geburtstag kommt Heinrich Liebig viel zu spät nach Hause, stinkt nach Alkohol und ist völlig durch den Wind. Er fordert seine Frau auf, sofort die Pässe zu suchen, telefoniert auch gleich mit dem Flughafen wegen One-Way-Tickets nach Barcelona und bestellt ein Taxi. Was denn los sei, fragt ihn seine völlig entgeisterte Gattin. Als Antwort öffnet Heinrich einen Aktenkoffer, der voller gebrauchter 50-Mark-Scheine steckt. Der Koffer sieht zwar aus wie sein eigener, ist es aber offensichtlich nicht. Jemand muss aus Versehen sein Gepäckstück, in dem nur Schal, Handschuhe und ein Schinken-Ei-Sandwich waren, mit dem geldschweren Koffer verwechselt haben. Auf den ersten Schreck ist Heinrich in die Kneipe gegangen und hat sich völlig aufgeregt auf die Herrentoilette verzogen, um die Scheine zu zählen. 735 000 Mark stecken in dem Koffer. Nach mehreren Schnäpsen beschließt Heinrich, den Inhalt des Koffers, der zweifellos aus kriminellen Machenschaften stammen muss, als Chance zu sehen und ein neues Leben mit seiner Frau in Barcelona anzufangen. Sie müssten sofort los, fleht er sie an. Noch bevor der wahre Besitzer des Geldkoffers, zweifellos ein übler Verbrecher, ihn ausfindig machen kann. Aber Johanna Liebig spielt da nicht mit! Soll sie etwa umsonst so ein leckeres Brathühnchen vorbereitet und den Tisch so liebevoll gedeckt haben? Gleich sind außerdem die Freunde Victor und Bettina da. Und siehe da, da klingelt es auch schon …

Und das wird es im Laufe dieses verrückten Abends im Wohnzimmer der sonst so braven Liebigs noch einige Male passieren. Nicht nur Victor und Bettina, sondern auch ein sehr bestechlicher und ein weiterer etwas begriffsstutziger Polizist, ein beflissener Taxifahrer und der wirkliche Besitzer des Geldkoffers sorgen für allerhand Turbulenzen. Unterdessen spricht Johanna zur Beruhigung ihrer strapazierten Nerven reichlich dem Alkohol zu, obwohl sie eigentlich nichts verträgt. Eine Ausrede zieht die nächste Notlüge nach sich, und schon bald stecken die Liebigs so richtig im Schlammassel.

Ray Cooney, der geniale Schöpfer herrlich absurder englischer Komödien, hat mit »Funny Money!« ein Meisterwerk dieses Genres geschaffen. 1994 wurde sie in der Regie von Cooney selbst und mit ihm in der Hauptrolle uraufgeführt und zwei Jahre lang mit großem Erfolg gespielt. Dass Ray Cooney auch Schauspieler und Regisseur ist, verschafft ihm als Autor den großen Vorteil, mit fast mathematischer Präzision die Pointen setzen zu können und in brillant gebauten Plots seine tragikomischen Helden von einer Katastrophe in die nächste zu treiben. Sehr zur Erheiterung des Publikums, das sich an Tempo, Wortwitz und der Situationskomik auf der Bühne erfreuen darf.